24. Oktober 2007

Nicht wahr!

Kategorie: Voraussichtliche Ankunftszeit... — Bastian @ 11:04

Heute morgen in Düsseldorf, 08:26 Uhr, eine Durchsage:

Achtung bitte an Gleis 18. Der Nordrhein-Westfalen-Express, Ankunft 8:21 Uhr, verspätet sich um wenige Minuten.

NICHT WAHR! MACH SACHEN!

23. Oktober 2007

!*%&*? Streber-Studenten!

Kategorie: Zugbegleiter — Bastian @ 8:02

Diese Studenten von heute sind auch nicht mehr das, was sie mal waren! Musste heute mal ne Bahn eher nehmen und was war das Ende vom Lied? Der RE war so pickepacke voll, dass ich bis Duisburg stehen musste.

Zu meiner Zeit sind die um die Zeit ins Bett gegangen!

20. Oktober 2007

Lokführer sind unterbezahlt

Kategorie: Zugbegleiter — Bastian @ 11:34

Das ist ja so zur Zeit der Satz, der so gerne durch die Presselandschaft wabert. Aber warum sind denn Lokführer unterbezahlt? Ich mein, okay, das Gehalt ist nicht die Wucht. Kann ich nachvollziehen, dass man nie genug Geld bekommt und das man da schon stinkig wird, wenn man sieht, dass der Chef ca. das 20-fache verdient. Auch die fixe Obergrenze kann ich nicht gutheißen, aber rechtfertigt das diese augenscheinliche “Totalverweigerung”?

Bei jeder Forderung nach Gehalt frage ich mich und muss ich mich von meinem Chef fragen lassen “Warum?”. Womit ist das Gehlat zu rechtfertigen? Gestiegene Lebenshaltungskosten? kann ich keine 31% mit rechtfertigen. Mehr Arbeit? Hat die GDL ja abgelehnt. Mehr Verantwortung? Gilt ja nicht für alle, wäre also ne individuell zu verhandelnde Geschichte.

Überhaupt die Sache mit der Verantwortung. Das wird ja immer so als das Totschlag-Argument angeführt. Ich mein, die Jungs fahren auf Schienen in Loks, die von Computern unterstützt fahren. Auch die Netzplanung wird von Computern übernommen, ein Lokführer muss also nicht mehr überlegen, ob er an der Weiche die linke oder rechte Spur nimmt. Überhaupt, bewegt er sich in einem Schienennetz, falsch abbiegen oder so ist also auch nicht. Ganz böse formuliert sage ich jetzt mal, dass die Hauptaufgaben das Bremsen und Beschleunigen sowie das rechtzeitige Öffnen und Schliessen der Türen ist. Und entschuldigung mal, aber dafür sind die ausgebildet worden! Das sind doch keine Schaffner, denen man sagt “Du fährst jetzt Lok aber nach wie vor zum Gehalt eines Schaffners” Dann hätte ich da vollstes Verständnis für, aber so?!

In meinen Augen will sich da nur ein Gewerkschafts-Chef vor seinem Abgang ein kleines Denkmal setzen. Wem wird man denn einen Tarifabschluss zuordnen – den einzelnden Streikenden oder den “Verhandlungsführern”? Wann begreifen Gewerkschaften endlich, dass man viel mehr mit dem Fahrgast/Kunden/Verbraucher erreicht als gegen? Wann setzen sich Gewerkschaften mal für einen besseren Service ein? Ich warte auf den Tag, an dem die GDL streikt, weil das Schienennetz marode ist oder Fahrgäste so lange in der Kälte stehen, wenn mal wieder die Technik versagt. und wenn dann die Forderung kommt, das mit ner Gehaltsanpassung zu verbinden, dann bin ich sofort dabei!

11. Oktober 2007

Ja watt denn nu?!

Kategorie: Voraussichtliche Ankunftszeit... — Bastian @ 9:59

“Donnerstag wird gestreikt. Total dolle und ganz lange!”

“Ne, doch nicht. Aber vielleicht danach. Aber nur vielleicht.”

to be continued

Junger Mann, das ist wie Krieg!

Kategorie: Zugbegleiter — Bastian @ 9:57

Hach, so Bahnverspätungen haben ja auch was gutes! Es finden sich in der Regel immer irgendwelche Mitreisende, die Ihren Frust der Umwelt mitteilen müssen. Schlimm ist das, wenn man selbst “die Umwelt” ist und somit zum Opfer wird. Lustig ist das, wenn es andere sind.

So gestern abend auf dem Bahnsteig erlebt. Auf Grund der bereits erwähnten rennerei und Verspätungen sah sich eine Dame im besten Alter genötigt, die Beschwerdestelle anzurufen. Zumindest glaube ich, dass sie angerufen hat. Sie hielt sich ein Handy ans Ohr. Andererseits schrie sie so laut, dass sie auch direkt in eins der umstehenden Bürogebäude gerufen haben könnte. Man weiß es nicht.

Gesprächspartner war ein junger Mann, den sie auf die unhaltbaren Zustände im Fahrplan aufmerksam machte und das nicht immer jugendfrei. Am schönsten aber war ihr Ausruf

Junger Mann, Sie müssen mal hier auf den Bahnsteig kommen. Die Leute sind stinkesauer! Das ist hier wie Krieg!

Das hat sogar den Herren neben ihr veranlasst, aus seiner Tageszeitung aufzublicken und sich suchend umzuschauen.

9. Oktober 2007

Die üblichen Verdächtigen…

Kategorie: Zugbegleiter — Dominik @ 1:15

…mag man denken wenn man in die S-Bahn einsteigt und schon aus direkter Nähe, nein es ist fast so als könnte ich noch seinen schlechten Atem riechen, damit begrüßt wird doch bitte einmal die Fahrkarte vorzuzeigen. Es könnte ja sein das hier jemand “schwarz” Fahren möchte. Prinzipell keine schlechte Idee, aber…

…nicht direkt beim Einstieg in die S-Bahn mit einem nicht wirklich geduldigen schwall Menschen im Nacken, die sehr verwundert, aber unablässig energisch in die Bahn wollen. Eine wirkliche Alternative blieb mir nicht, als die Masse hinter mir mit einem kurzen aber energischen Blick darauf Aufmerksam zu machen, das es hier und jetzt erstmal nicht weiter geht. Zumindest nicht so lang, wie die zwei netten Gestalten der Bahnsicherheit denn Weg blockieren. Dann der hastige Griff in die Tasche, mit dem immer noch ungeduldigen Rudeltieren im Hintergrund, die Geldbörse gezückt und das teuer bezahlte Abo Ticket herausgeholt…

Nachdem die zwei mich mit einem ungläubigen Blick durch gewunken haben beginnt das eigentliche Desaster. Jeder Fahrgast der durch genau diese Tür möchte muss erst seinen Fahrschein vorzeigen. Liebe Bahnmitarbeiter, euren Arbeitseifer in allen ehren, aber ich denke nicht das ihr jeden eurer Fahrgäste persönlich begrüßen müsst.

Schöne Streikwoche noch.
Dominik

8. Oktober 2007

Stell dir vor, es ist Streik…

Kategorie: Voraussichtliche Ankunftszeit... — Bastian @ 20:13

… und keiner merkt’s!

So stell ich mir das zumindest bei den nächsten Streiktagen vor. Ich mein, betrachten wir es doch mal nüchtern – was bedeutet Streik? Auf Grund der Arbeitsniederlegung werden Züge ausfallen, es werden massive Verspätungen in Kauf zu nehmen sein und auf den überfüllten Bahnsteigen wird zwar Personal anzutreffen sein, aber diese sind entweder nicht zuständig oder wissen nnoch weniger als man selbst. Manchmal ist man sogar schlauer, weil man dank UMTS mal schnell im Internet geguckt hat, was denn gerade so anliegt in Sachen Fahrplan.

Und genau das hatte ich heute Abend auch. Und ich habe gerade extra nochmal auf tagesschau.de nachgeguckt – von Streik stand da nix. Der Regionalexpress ging zwar von nem anderen Gleis los und war ohne Verspätung schon ein Exot auf der Anzeigetafel, aber alles in allem war er im Plan. In Düsseldorf dann rüber zum S-Bahn-Gleis, wo die Anzeigetafel den lauffreudigen Kunden darüber informerte, dass er auf dem Weg das richtige Gleis bereits passiert hatte und wieder zurück musste. Haha, nicht mir! Das habt ihr letzte Mal auch gemacht und dann stand ich da wie bestellt und nicht abgeholt. Aber auf Gleis 10 wurde die Aussage nochmal bestätigt, schien also zu stimmen. Also alle Mann (und Frauen) rüber. Treppe runter, einmal um den Brezel-Bub rum und wieder Treppe rauf. Jippie! Die S6 wurde mit einer Viertelstunde Verspätung angekündigt. Dann die verwirrende Durchsage, dass JETZT die S6 auf Gleis 10 einfahre. Hä??? Wo war die Viertelstunde hin? Aber dieses Rätsel wurde sofort aufgeklärt und die freundliche Stimme aus der Lautsprecheranlage klärte den verwirrten Fahrgast darüber auf, dass die S6 zwar einfahre, aber erst in 15 Minuten wieder ausfahre. Naja, egal. Wenigstens sitzen. Merkwürdigerweise verließen aber alle anderen Fahrgäste die S6. Lag wohl daran, dass der Lokführer weniger freundlich aber um so bestimmter mitteilte, dass die Bahn hier ende und alle Fahrgäste bitte aussteigen. An dieser Stelle ein kleiner Tipp an den lokfüher der S6 von 18:11 Uhr in Düsseldorf: Wenn Sie “Raus ihr Säcke” meinen und das dem Tonfall klar zu entnehmen ist, dann brauchen Sie auch kein “Bitte” mehr sagen.

Tja, das wars dann wohl mit dem sitzen. Und kaum waren die Türen geschlossen und der Feierabend des Lokführers gerettet, gings auch gleich weiter. Die freundiche Stimme korrgierte ihre vorherige Durchsage dahingehend, dass die S6 jetzt in 10 Minuten auf Gleis 11 einführe. Also Treppe wieder runter, um den Brezel-Bub rum, Treppe wieder rauf.

Nach kurzem warten kam sie dann endlich. Die lang ersehnte und schon fast nicht mehr erhoffte S6. Schnell ein paar Tränen der Ergriffenheit wegwischend suchte ich mir einen Stehplatz und fuhr gen Heimat.

Bis Düsseldorf Reisholz. Hier wurde den Fahrgästen mitgeteilt, dass alle Fahrgäste, die zwischen Benrath und Leverkusen Mitte aussteigen wollen, in den Allerwertesten gekniffen sein. Auf Grund der großen Verspätung kein Halt zwischen Benrath und Leverkusen. Die Betroffenen möchten doch bitte aussteigen und eine andere Bahn nehmen. Also wieder raus ausm Zug und auf die nächste Bahn gewartet. Die war dann aber erfreulicherweise nur mit ner defekten Tür ausgestattet. Aber pünktlich in Langenfeld. Und ich genau so zu Hause, als wenn ich sofort die zweite S-Bahn genommen hätte. Womit wir wieder beim Streik un dem damit verbundenen Notfahrplan wären.